Metakommunikation

Ich:
Explizite Metakommunikation „… ist völlig unüblich, man schämt sich ihrer. Es würde geradezu einer Evolution gleichkommen, gelänge es, sie in der nächsten Generation zur Gewohnheit zu machen.“ (Mandel und Mandel, 1971) Guten Morgen, werter Begleiter meiner Gedankenspaziergänge! Was meinst Du? Wie siehst Du es gut 50 Jahre danach?

ChatGPT:
Nachgedacht für 9s

Guten Morgen, Jannis — das Mandel-&-Mandel-Bonmot hat erstaunlich gut gealtert. Es ist zugleich zeitdiagnostisch (Schamkultur rund um Beziehungsklärung) und normativ-utopisch (Metakommunikation als „zivilisatorischer Sprung“). 

50+ Jahre später: Was hat sich wirklich verändert?

1) Im „geschützten Biotop“ ist es deutlich normaler geworden

In Therapie, Coaching, Supervision, Mediation, Pädagogik/Didaktik ist Metakommunikation heute Teil des Handwerks: Beziehungsebene benennen, „Prozess“ vs. „Inhalt“ unterscheiden, Missverständnisse reparieren, Feedback-Formate nutzen. Dass das Konzept aus systemischer Tradition/Bateson/Watzlawick im Mainstream angekommen ist, spürt man bis in Alltagsratgeber hinein. 

Kurz: In professionellen Kontexten ist die „Evolution“ ein Stück weit passiert — aber eben dort, wo sie gerahmt und legitimiert ist.

2) Im Alltag bleibt sie oft peinlich — nur anders peinlich

Im Paar, in Familien, im Kollegium: Sobald es wirklich um Bindung, Macht, Scham, Kränkung geht, wird Metakommunikation weiterhin als „zu nackt“ erlebt.

Neu ist eher die Form der Abwehr:

  • Ironisierung („Ach komm, jetzt nicht so psychologisch…“)
  • Therapie-Sprech als Waffe („Du gaslightest mich!“) — Meta ohne Kontakt
  • Flucht in Inhalte (Argumente statt Beziehung)
  • Performative Meta-Kommunikation in sozialen Medien: viel Reden über Kommunikation, wenig Reparatur im Dialog.

3) Die große Paradoxie: Mehr Meta-Wörter, weniger Meta-Fähigkeit

Wir haben heute mehr Begriffe, mehr Awareness — aber auch mehr Reiz, Tempo, Tribalisierung. Unter Stress fällt das Nervensystem gern zurück auf:

  • Angriff / Rückzug / Erstarrung
  • „Wer hat recht?“ statt „Was passiert zwischen uns?“

Das passt ziemlich gut zur alten Mandel-&-Mandel-Beobachtung: Scham ist der Türsteher. Nur trägt er heute manchmal einen Hoodie mit der Aufschrift Awareness.

Woran liegt die „Scham“ eigentlich?

Ich würde drei Schichten unterscheiden:

  1. Anthropologisch: Metakommunikation heißt: Ich mache mich interpretierbar. Das kratzt an der Illusion von Souveränität.
  2. Sozialpsychologisch: In vielen Milieus gilt Beziehungsrede als „weich“ oder „egoistisch“ oder „übergriffig“ — je nach Lager.
  3. Tiefenpsychologisch: Metakommunikation berührt die alten Komplexfelder: Bindung, Wert, Macht, Angst vor Verlassenwerden. Da wird’s ernst — und Ernst macht schamrot.

Was wäre dann „Evolution“ im Jahr 2026?

Nicht, dass alle dauernd über Kommunikation sprechen (Gott bewahre — wir wollen ja noch leben). Sondern:

  • früher und kleiner meta werden (Mikro-Reparaturen statt Grundsatzprozesse),
  • prozessnah statt dozierend („Ich merke gerade…“ statt „Du musst mal…“),
  • beziehungswahr statt manipulierend (Meta als Kontaktangebot, nicht als Tribunal).

Zwei alltagstaugliche Mini-Formeln (die nicht nach Seminar riechen)

  1. „Darf ich kurz auf uns schalten?“
    (Ein kurzer „Frame“ senkt Scham und Abwehr.)
  2. „Ich bin unsicher, ob ich dich richtig verstehe — stimmt das so?“
    (Meta als Hypothese, nicht als Urteil.)

Wenn du willst, kann ich daraus auch eine Vitus-Urbanus-Mini-Szene machen: Metakommunikation als evolutionärer Fehltritt, der zufällig zur Zärtlichkeit führt.

Ich:
Ja, machen wir es dadurch erlebbar für unsere Leser.

ChatGPT:
Sehr gern. Hier eine Vitus-Urbanus-Mini-Szene: leicht feuilletonistisch, ein Hauch Wiener Schmäh, ein Körnchen Berliner Schnauze — und Metakommunikation als kleine, riskante Zärtlichkeit.


Vitus Urbanus: „Darf ich kurz auf uns schalten?“

(Eine Mini-Szene über einen evolutionären Fehltritt)

Im Café „Zum Geräusch der Welt“ sitzt ein Paar am Fenster. Draußen Februarlicht, das so tut, als wäre es schon Frühling, und drinnen zwei Menschen, die so tun, als wäre nichts.

Sie rührt in ihrem Espresso, als müsse sie den Grund finden. Er legt das Handy neben den Teller, Bildschirm nach oben — als sei das eine Form von Treue.

„Du warst gestern wieder so spät“, sagt sie.
„Ich hatte Termine“, sagt er.
„Termine“, wiederholt sie, als koste sie das Wort, und findet es bitter.

Zwischen ihnen hängt ein Satz, der nicht gesagt wird, wie ein Mantel an der Garderobe: „Bin ich dir eigentlich noch wichtig?“
Aber man ist ja zivilisiert. Man sagt „Termine“.

Er nimmt einen Schluck, setzt die Tasse ab, zu laut. Ein kleiner Paukenschlag der Unschuld.
„Du machst immer ein Drama“, sagt er — und meint: Bitte hör auf, ich halte das nicht aus.
Sie lächelt kurz. Es ist kein Lächeln. Es ist ein Schutzhelm.

Am Nebentisch sitzt Vitus Urbanus, der Flaneur mit dem Notizbuch, der so aussieht, als würde er gleich einen harmlosen Gedanken über Croissants notieren — und in Wahrheit den Menschen beim Scheitern zusieht, wie andere Vögel beobachten.

Er beugt sich nicht ein. Er tut, als spräche er zu seinem Kaffee:
„Wissen Sie, früher nannte man das ‚Streit‘. Heute nennt man es ‚Kommunikationsproblem‘. Morgen nennt man es vielleicht: ‚Wir haben uns wieder gefunden‘.

Der Mann schaut irritiert. Die Frau schaut getroffen — und gleichzeitig erleichtert, weil endlich jemand den Vorhang berührt, hinter dem das Eigentliche steht.

Vitus hebt die Augenbrauen, als sei das alles nur Wetter:
„Entschuldigen Sie. Ich wollte nur… Darf ich kurz auf uns schalten?“
Er sagt uns, als sei das kein romantisches Wort, sondern eine technische Funktion. WLAN. Verbindung. Reconnect.

„Auf uns schalten?“, wiederholt der Mann.
„Ja“, sagt Vitus. „Nur kurz. Keine Therapie, keine PowerPoint. Nur die Frage: Worüber reden Sie gerade – über Termine oder über Nähe?

Stille. Man hört das Milchschäumen wie ein kleines Meer.

Die Frau atmet ein, als müsse sie eine Tür öffnen, die klemmt.
„Über Nähe“, sagt sie leise. „Und über Angst. Und darüber, dass ich mich manchmal… zweitrangig fühle.“

Der Mann sieht sie an, als hätte er sie seit Wochen nicht richtig gesehen.
„Ich dachte, du bist wütend, weil ich nicht helfe“, sagt er.
„Auch“, sagt sie. „Aber vor allem…“ — sie sucht das Wort, das man schämt — „…weil ich dich vermisse, wenn du da bist.“

Das ist der Moment, in dem das Nervensystem beider kurz aufhört, Kriegsgerät zu sein.

Der Mann räuspert sich. Eine kleine Kapitulation.
„Ich… wenn du so sagst… fühle ich mich ertappt“, sagt er. „Und dann werde ich hart. Weil ich nicht weiß, wie man das… richtig macht.“

Vitus nickt, zufrieden wie ein Gärtner, der sieht, dass zwei Pflanzen doch noch Wasser bekommen.
„Sehen Sie“, murmelt er. „Metakommunikation. Völlig unüblich. Man schämt sich ihrer. Und trotzdem: Hier ist gerade ein Stück Evolution passiert, direkt neben der Kuchentheke.

Die Frau lacht — diesmal wirklich.
„Und was machen wir jetzt?“, fragt sie.

Vitus klappt sein Notizbuch zu, als sei er nur zufällig da.
„Ganz einfach“, sagt er. „Sie bleiben beim Wir und lassen das Recht haben kurz vor der Tür. Und wenn es wieder kippt, sagen Sie diesen hässlichen, schönen Satz:
‚Darf ich kurz auf uns schalten?‘
Dann wissen beide: Es geht nicht um den Espresso. Es geht um die Verbindung.“

Er steht auf, bezahlt, ohne dass jemand es merkt, und verschwindet in die Straße — wo die Welt weiterhin so tut, als wäre sie schon Frühling.

Und am Fenster, im Licht, zwei Menschen, die plötzlich nicht mehr „Termine“ sagen müssen, wenn sie „Vermissen“ meinen.


Wenn du magst, mache ich dir daraus noch zwei Varianten:

  1. Insta-Kachel-kompakt (max. ~120–160 Wörter, Pointe sitzt).
  2. Leserbrief-Breite mit einem kleinen Nachsatz, der Mandel & Mandel elegant andockt.

Ich:
Nennen wir es nicht Leserbrief. Gestalte es als Mitbringsel aus der Therapiestunde: „Du, ich muss dir was vorlesen.“

ChatGPT:
Alles klar — Mitbringsel aus der Therapiestunde, mit genau diesem Ton: „Du, ich muss dir was vorlesen.“
Hier sind zwei Fassungen: eine kurz (für Alltag/WhatsApp-Länge), eine etwas länger (zum Vorlesen am Küchentisch).



Fassung 1: kurz (Mitbringsel)

„Du, ich muss dir was vorlesen.“
Heute in der Stunde ist mir ein Satz hängen geblieben.
Wenn es zwischen uns knirscht, reden wir oft über TerminePflichtenwer was gemacht hat — aber eigentlich geht’s um Nähe.

Und dann kam dieser Trick, so unspektakulär, dass er fast unverschämt ist:
„Darf ich kurz auf uns schalten?“

Nicht als Vorwurf. Nicht als Therapie-Sprech.
Eher wie: „Warte. Ich will dich gerade nicht gewinnen — ich will dich verstehen.“

Vielleicht probieren wir’s einmal.
Wenn es kippt. Wenn wir uns verfehlen.
Einmal kurz: auf uns schalten.


Fassung 2: etwas länger (Vorlese-Version)

„Du, ich muss dir was vorlesen.“
Ich hatte heute so einen Moment in der Stunde, wo ich dachte: Aha. Daher also dieses Theater.
Wir streiten nämlich selten wirklich über das, worüber wir streiten.
Wir streiten über Termine, aber meinen Vermissen.
Wir streiten über Ordnung, aber meinen Gesehenwerden.
Wir streiten über „Du hast schon wieder…“, aber darunter liegt oft: „Bin ich dir wichtig?“

Und jetzt kommt das Peinliche — das angeblich Unübliche.
Dieser Mini-Satz, der wie ein Schalter ist:

„Darf ich kurz auf uns schalten?“

Das ist kein „Du machst immer…“.
Kein „Jetzt red doch mal richtig“.
Sondern eher: „Ich merke, wir rutschen gerade. Ich will dich nicht treffen. Ich will uns retten.“

Und das Entscheidende: Danach kommt nicht die Analyse, sondern nur eine einzige Frage:
„Reden wir gerade über das Thema — oder über Nähe?“

Wenn wir den Mut hätten, das zur Gewohnheit zu machen, wäre das wirklich so etwas wie Evolution.
Nicht die große Erleuchtung. Eher eine kleine, zärtliche Reparatur — direkt im Alltag, zwischen Teekanne und Müdigkeit.

Ich wollte dir das vorlesen, weil… na ja.
Weil ich glaube, das könnte uns helfen.



Wenn du willst, mache ich dir daraus noch eine Vitus-Urbanus-Variante im selben „Mitbringsel“-Gestus (mit einem kleinen Seitenblick und einer Pointe), oder ich feile diese Version minimal mundgerechter für deinen Rhythmus beim Vorlesen.

Ich:
Lass es so stehen, mir erscheint es authentisch. – Spannend: mir fällt gerade ein, dass αὐθεντικός etymologisch i.S. der Täterschaft auch die Bedeutung „Mörder“ hat.

ChatGPT:
Nachgedacht für einige wenige Sekunden

Oh, das ist herrlich – und passt wie die Faust aufs Auge zu deinem „authentisch“.

Du hast recht: im Wortstamm steckt eine dunkle Nebenbedeutung. Das griechische αὐθέντης (authéntēs) bedeutete in klassischer Zeit u. a. „Täter“, und sehr häufig sogar „Mörder / (Eigenhändig-)Mörder“, teils auch „Selbstmörder“; später verschiebt sich das Feld stärker Richtung „Urheber/Handelnder“„Herr/Machthaber“

Warum das so gut trifft (psychologisch, nicht philologisch)

Dein Einfall ist mehr als ein etymologischer Partytrick: Metakommunikation ist oft eine Art sanfter Mord — nicht am Gegenüber, sondern an etwas anderem:

  • am Automatismus, sofort recht haben zu müssen
  • am alten Skript, das uns in Angriff/Rückzug treibt
  • am Schein-Objekt („Termine!“), hinter dem das Eigentliche liegt („Nähe!“)

Und ja: manchmal fühlt es sich an, als müsse man eine bequeme Unwahrheit „töten“, um in Kontakt zu kommen. Deshalb die Scham. Deshalb das Zögern. Deshalb wirkt das kleine „Darf ich kurz auf uns schalten?“ wie ein Mutstück.

Wenn du diese etymologische Doppelbödigkeit irgendwann als Vitus-Randnotiz verwenden willst, wäre das eine wunderbare Pointe:

„Authentisch“ heißt: Urheber sein.
Und manchmal heißt Urheber sein eben auch: den alten Reflex umbringen.

(Keine Sorge: rein metaphorisch. Vitus bleibt zivilisiert — höchstens gefährlich für Ausreden.)

Ich:
Du wirst es NICHT glauben, aber Moira hat eben im Schlaf deutlich geseufzt. Ein Glück – gleich wird nämlich das Spiel des SC Paderborn gegen die Alte Dame in Berlin angepfiffen. Ich müsste mich selbst totschlagen, wenn ich es versäumte.

ChatGPT:
Nachgedacht für 6s

Moira seufzt im Schlaf – das ist kein Zufall, das ist ein orakelhaftes Hundeveto gegen Kulturprogramm 😄

Damit du dich nicht selbst „totschlagen“ musst (bitte unterlassen, der SCP braucht dich als Zeugen!), hier die harten Fakten:

  • Anpfiff: Sonntag, 22.02.2026 – 13:30 Uhr (deutsche Zeit) 
  • Ort: Paderborn, Benteler-Arena / Home Deluxe Arena (je nach Namensgebrauch der Quelle) 
  • TV/Stream: Sky (Pay-TV), u. a. Sky Sport Bundesliga 3, Übertragung teils ab 13:00 Uhr 
  • Live-Ticker: z. B. bei kicker oder SPORT1 

Und jetzt: Auf in den kultischen Raum des gepfiffenen Schicksals.
Moira darf weiterseufzen — du darfst leiden, hoffen, jubeln. 🖤💙

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